Realisierungswettbewerb Deutscher Bundestag, 2006 Herrichtung und Erweiterung des Dienstgebäudes Dorotheenstraße / Wilhelmstraße, Berlin eingeladener Wettbewerb mit vorgeschaltetem EU-offenen Bewerbungsverfahren Herrichtung eines bestehenden DDR-Rasterbaus unter Ensembleschutz für Abgeordnetenbüros, Fassadengestaltung unter Einbeziehung denkmalpflegerischer Belange Auslober: Deutscher Bundestag vertreten durch das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung Mitarbeit: Jens Roscher
Grundgedanke des Entwurfes ist es, das strukturelle Erscheinungsbild des Gebäudes im Sinne der denkmalpflegerischen Vorgaben wieder zu erstellen und dabei gleichzeitig den gestalterischen Akzent weg vom vorfabrizierten Typenbau hin zum Spezifischen, Verorteten und materialhaft Konkreten an einem städtischen Ort zu verschieben. Dies erfolgt durch die Überarbeitung der materiellen Aura und der Proportionierung im Detail. Folgte die Fassadenlogik vormals einem abstrakten, ja schematischen Prinzip, das allgemeingültig an verschiedenen Orten materialisiert wurde, wird nun die Wahrnehmung des Gebäudes verändert durch die Verwendung offenporiger, haptischer und hochwertiger Materialien, die mit zurückhaltender Differenzierung das Gebäude an den Ort zu binden vermögen. Die stadträumlichen, funktionalen und technologisch neu gestellten Bedingungen bewirken gleichzeitig die Transformation des Gebäudes auf der Ebene der Baukörperzonierung, der Fassadengliederung, der inneren Organisation und der baukonstruktiven Hülle zum städtischen Bürohaus, das innerhalb seiner rigiden Struktur auf die verschiedenen Aspekte seines städtischen Umfeldes reagiert.